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Die Regentrude (2026)

13. August 2026

Aktueller denn je: „Die Regentrude“

Mit ihrer Aufführung von „Die Regentrude“ nach Motiven des Märchens von Theodor Storm präsentierte die Theater-AG Kl. 9/10 des Lise-Meitner-Gymnasiums am 20.07.26 unter der Leitung von Hannes Roser einen ebenso unterhaltsamen wie nachdenklich stimmenden Theaterabend. Vor voll besetzten Reihen entführten die Schülerinnen und Schüler das Publikum in eine von Dürre geprägte Welt, in der Maren und Andrees den mutigen Entschluss fassen, die geheimnisvolle Regentrude zu wecken und damit ihre Heimat vor dem Austrocknen zu bewahren.

Besondere Aktualität gewann das Stück durch die außergewöhnliche Hitzewelle der vergangenen Wochen. Die Trockenheit und Wassernot, die zu Beginn der Handlung das Leben im Dorf bestimmen, wirkten angesichts der derzeitigen Wetterlage erschreckend real. Im eindrucksvollen Schlussmonolog der Regentrude wurde diese Verbindung zur Gegenwart schließlich ausdrücklich hergestellt. Sie erinnert daran, dass der Regen nicht selbstverständlich ist und mahnt zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wasser, Wäldern und natürlichen Ressourcen. 

Gerade weil die Inszenierung diesen ernsten Gedanken nie in den Vordergrund drängte, entfaltete er seine Wirkung. Marens und Andrees‘ Suche nach der Regentrude ist voller Begegnungen, die den Abend immer wieder in eine andere Richtung lenken. Der böse Feuerkobold Eckeneckepenn ist überzeugt, den beiden jungen Menschen überlegen zu sein, redet aber so lange, bis er ihnen selbst den entscheidenden Hinweis verrät. Die fremdenfeindliche, menschenfressende Köchin hat ihr Opfer beinahe schon im Topf, bevor sie sich von einem Haarband aus dem Konzept bringen lässt. Der Wegwicht redet pausenlos, überschätzt seine Kampfkünste und stellt sich trotzdem ohne Zögern dem Moorbauern entgegen, der Maren und Andres in den Sack stecken und im Moor versenken will. Kurz darauf vergessen die Räuber vor lauter Streit über Rosinenkekse, Rumflaschen und andere Nebensächlichkeiten, warum sie überhaupt auf der Bühne stehen. Und als der Moorbauer am Ende im Sack auf den Dorfplatz zurückkehrt, wird jede Erklärung unwahrscheinlicher als die vorherige.

So gelang der Theater-AG eine überzeugende Balance zwischen humorvoller Unterhaltung und der Auseinandersetzung mit einem hochaktuellen gesellschaftlichen Thema. Das engagierte Spiel des Ensembles, die abwechslungsreiche Inszenierung und die gelungene Verbindung von Märchenstoff und Gegenwartsbezug wurden vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus belohnt.

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