Bericht zu „Macht“
Am 19.1.2026 zeigte der Literatur- und Theaterkurs der J2 in der Aula des Lise-Meitner-Gymnasiums unter der Leitung von Hannes Roser einen Theaterabend mit fünf kurzen Stücken zum Thema „Macht“. Die Minidramen griffen alltägliche Situationen auf und machten sichtbar, wie schnell sich Machtverhältnisse zwischen Menschen verschieben können.
Der Abend war abwechslungsreich aufgebaut. Jedes Stück setzte einen anderen Schwerpunkt, und gerade diese Vielfalt machte den Reiz der Aufführung aus. Mal ging es um soziale Ungleichheit in einer WG, mal um Mobbing in der Schule, um Gewalt in einer nächtlichen Begegnung oder um die Versuchung von Geld und Gier. Die Szenen waren klar erzählt und leicht zu verfolgen, zugleich aber ernst genug, um zum Nachdenken anzuregen.
Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugten durch ein engagiertes Spiel. Besonders gelungen war, dass die Figuren trotz der kurzen Spielzeit glaubwürdig wirkten. Viele Dialoge waren direkt und alltagsnah geschrieben, sodass das Publikum schnell in die Situationen hineingezogen wurde. Gerade in den ruhigeren Momenten – etwa wenn einzelne Figuren über ihre Lage nachdenken – entstand eine spürbare Spannung. Die Konflikte zwischen den Figuren wurden deutlich, ohne übertrieben zu wirken. Einige Szenen hatten eine klare Härte, andere brachten humorvolle oder ironische Momente ein, die den Abend auflockerten.
Die Inszenierung setzte auf einfache Mittel. Gerade dadurch konnten die Texte und die Darsteller im Mittelpunkt stehen. Das funktionierte gut: Die Aufmerksamkeit blieb auf den Figuren und ihren Konflikten.
Insgesamt war „Macht“ ein gelungener Theaterabend. Die kurzen Stücke zeigten unterschiedliche Facetten eines großen Themas und verbanden ernste Inhalte mit lebendigem Spiel. Das Ergebnis war ein Abend, der unterhielt und zugleich einige Fragen offenließ – genau das, was gutes Schultheater leisten kann.

















